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Annette Brockötter


Das Schulprogramm der TFS


Vortrag im Rahmen des DIHT-Symposiums "Hauptschule mit Zukunft", Bonn am 29. Januar 1998




Sehr geehrte Damen und Herren,


es gibt viele Hauptschulen, deren Schulprogramm Aufmerksamkeit verdient.


Umsomehr freue ich mich, dass ich Gelegenheit habe, Ihnen die Arbeit der TFS, Hauptschule der Gemeinde Ascheberg, vorstellen zu dürfen, um so auch die Schulform "Hauptschule" in den Blick zu nehmen.



Die Hauptschule ist die einzige Pflichtschule im SEK-I-Bereich. Sie vermittelt alle Abschlüsse, die am Ende der Sekundarstufe I erreicht werden können.


Trotzdem steht diese Schulform heute vor zahlreichen Problemen.


Ich nenne einige dieser Schwierigkeiten, mit denen auch wir kämpfen:


· falsches Wahlverhalten vieler Eltern am Ende der Klasse 4 - dadurch


· kleine 5. Klassen in der Hauptschule, die dann ab Klasse 6 erheblich anwachsen

· unzureichende Grundschulleistungen zahlreicher Schüler

· viele Schüler mit gescheiterter Schullaufbahn ab Klasse 7, deshalb

· ein vermindertes Selbstwertgefühl und Versagensängste der Schüler, wenn sie endlich in die Hauptschule kommen


· häufig ein schwieriges soziales Umfeld und daraus folgend gestörte Kinder

· unzureichende Deutschkenntnisse bei ausländischen Kindern und Aussiedlern

· Perspektivlosigkeit für zahlreiche Schüler / für viele Hauptschulen sowie

· geringe Anerkennung und Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft.


Auf die Hauptschulen ist im Laufe der letzten Jahre eine Fülle von neuen Aufgaben zugekommen. Es wird zunehmend von Schule erwartet, auch Pflichten der Familie zu übernehmen und Erzeihungsschwächen auszugleichen.


Die Schere zwischen Standard-Sicherung auf dem Niveau der Hauptschul-Bildungspläne und Leistungsfähigkeit/-bereitschaft klafft immer mehr auseinander.


Ich möchte Ihnen am Beispiel unserer Schule zeigen, wie wir mit diesen Problemen umgehen, wie wir versuchen, trotzdem oder gerade deshalb gute Arbeit zu leisten, denn wir sind davon überzeugt, dass dies für unsere Gesellschaft von weitreichender Bedeutung ist.

In der kurzen Zeit, die mir zur Verfügung steht, möchte ich folgende Schlaglichter auf unsere Schule werfen:



· Ich stelle Ihnen als Beispiel für eine Hauptschulklasse die 6b vor, denn nur wenn man die Schüler kennt, kann man über die Arbeit einer Schule reden

· als Ausschnitt unseres Schulprogramms beschreibe ich Ihnen den Übergang von der Grundschule zur Hauptschule

· ich schildere Ihnen den Schultag bei uns

· Sie erfahren so etwas vom Unterricht innerhalb des Klassenverbandes

· und darüber, wie Sascha Deutsch lkernt, Bernd seine Mathematik-Lücken in den Griff kriegt und die 5 etwas für ihre Konzentartion beim Lernen tut

· und ich berichte Ihnen auf diese Weise vom Bemühen der Lehrer, den höchst unterschiedlichen Anforderungen in der Hauptschule gerecht zu werden.


Meine Klasse, die 6b, ist - nachdem wir mit 18 Schülern in Klasse 5 gestartet sind - unterdessen 26 Schüler stark.


Es sind 10 Mädchen und 16 Jungen, eine Verteilung, wie sie für Hauptschulen typisch ist. Manchmal haben Klassen weniger als ein Drittel Mädchen. Der Altersunterschied zwischen jüngstem und ältestem Schüler der Klasse beträgt 4 Jahre.


Meine Klasse ist eine nette, ganz normale Hauptschulklasse. Ich freue mich jeden Morgen, in diese Klasse zu gehen, es macht Spaß darin zu unterrichten. Die Kinder wollen lernen und gehen gern zur Schule. Aber: wenn das erst so werden und dann so bleiben soll, muß der Lehrer Stärken und Schwächen eines jeden einzelnen Kindes wahrnehmen, tragfähige Beziehungen aufbauen und den Unterricht, den gesamten Schultag, das Umfeld der Schule auf diese Kinder abstimmen.


Die Kinder meiner Klasse sind sehr unterschiedlich. Die Heterogenität einer Hauptschulklasse ist bezeichnend und zuletzt wieder in der Vergleichsstudie TIMMS zum Ausdruck gekommen.


Da sind zunächst die Kinder, die ganz normal von der Grundschule zur Hauptschule gewechselt sind. Sie sind in der Gemeinde aufgewachsen und gehören dazu. Von diesen Kindern haben vier an der Grtundschule ein Jahr wiederholt. Bernd hat z.B. bis heute seine Defizite in Mathematik nicht ganz aufgearbeitet. Alle sind insgesamt lernfreudig und etliche unterdessen recht leistungsfähig. Annes Leistungen sind z.B. durchweg eins und zwei. Drei von ihnen brauchen - was ihr Verhalten angeht - größere Aufmerksamkeit des Lehrers.

Andreas kommt aus der Sonderschule für Erzeihungshilfe. Nach einer halbjährigen Probezeit konnt er in die Hauptschule überwechseln. Er ist immer noch schwierig. Er antwortet viel zu heftig und aggressiv auch auf kleine Zwischenfälle. Andreas braucht die Unterstützung weniger Erwachsener, die ihn gut kennen und denen er vertraut. Er hat Angst, den Anforderungen, die an ihn gestellt werden, nicht zu genügen. Was seine Leistungsfähigkeit angeht, brauchte er keine Angst zu haben.


Die enge Zusammenarbeit mit der zuständigen Sonderschule hilft uns immer wieder bei der Arbeit mit Kindern wie Andreas.


Zur 6b gehören sechs Aussiedlerkinder. Bis auf Sascha sind diese Schüler schon einige Jahre in Deutschland, haben die Grundschule besucht und dementsprechend ausreichende Deutschkenntnisse. Sascha muss noch Deutsch lernen. Sie alle sprechen fließend russisch - und machen davon auch in der Schule noch ab und zu Gebrauch. Die kulturellen Wurzeln der Kinder sind in Russland, eines hat noch Heimweh nach zuhause. Wenn sie von "zuhause" erzählen, kann man ermessen, wie stark sich ihre Welt verändert hat. Alles sind Schüler, die Leistungsfähigkeit zeigen.


Fünf Asylantenkinder vervollständigen die 6b. Nishan und Dina kommen aus Sri Lanka, Mohamed aus dem Libanon, drei Mädchen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Alle sprechen mehr oder weniger deutsch, haben aber noch große Schwierigkeiten mit der Schriftsprache. Lejla kann manchmal nicht zur Schule kommen, weil sie auf ihre Geschwister aufpassen muss. Sie hat auch Schwierigkeiten mit der Erledigung der Hausaufgaben, denn die fünf-köpfige Familie lebt in einem Zimmer. Weil sie die Grundschule nicht ganz besucht hat, fehlen ihr die Grundkenntnisse des Rechnens. Mohamed kommt nur unregelmäßig zur Schule, was seinen Leistungen sehr schadet.


In den kommenden Jahren wird sich die Heterogenität noch verstärken, da mit weiteren "Zuzüglern" aus Realschulen und Gymnasien zu rechnen ist. Auch Kinder von Gesamtschulen, die Schwierigkeiten machen und aus der Sicht der Gesamtschule "von der Hauptschule besser gefördert werden können" werden dazustoßen.


Im Schuljahr 96/97 kamen im Kreis Coesfeld - zu dem wir mit 10 anderen Hauptschulen gehören - insgesamt 331 Kinder als Seiteneinsteiger in die Hauptschulen, das sind pro Schule rund 30 Schüler, also jeweils eine volle Klasse.


Je näher wir dem Ende der Schulzeit kommen, um so schwieriger ist der Wechsel für diese Kinder. Sie kommen häufig demotiviert zu uns, oft ist ihnen bis zum endgültigen "Abstieg" zur Hauptschule alles egal.


Schüler kommen zu uns mit Lernschwierigkeiten aus den verschiedensten Ursachen. Oft ist es weniger die geringe Intelligenz als vielmehr eine ganz individuelle Leidensgeschichte, die zu diesen Schwierigkeiten geführt hat. Nur persönlich zugeschnittene Konzepte und individuelle Förderung können hier greifen.


Durch kleinschrittiges Lernen mit regelmäßigen Erfolgsrückmeldungen werden das Selbstwertgefühl und die Lernfreude wieder aufgebaut.

Eine Pädagogik, die einerseits den Schüler annimmt und versteht, andererseits aber auch feste Grenzen setzt und einhält, gibt dem Schüler Halt und Orientierung.


Eine insgesamt klare und überschaubare Organisationsstruktur macht den Aufbau tragfähiger Beziehungen möglich.

"Die Kinder abholen, wo sie stehen" - das kann ein Pädagoge nur, wenn er seine Schüler kennt.


Wieviele Schüler kann man wirklich kennen?

Sicherlich nicht etliche Klassen, in die man als Fachlehrer kommt. Ein Einspüren in die Belange der Kinder einer Altersstufe und die Bearbeitung vieler kleiner und großer Konfikte ist nicht möglich im vorwiegend fachlichen Einsatz vieler Klassen.


Unsere Schule ist organisiert in Stufen 5/6, 7/8 und 9/10. Dass die Klassenlehrer soviel Unterricht wie möglich in ihrer Klasse haben, ist selbstverständlich. In Stufe 5/6 hat jede Klasse eine zusätzliche Klassenlehrerstunde.

Darüber hinaus werden in jeder Stufe nur so viele Lehrer wie unbedingt nötig eingesetzt.

So hat der 6. Jahrgang z.B. nicht mehr als fünf Lehrer, die den gesamten Unterricht abdecken.

In diesem Zusammenhang ist allerdings auch fachfremder Einsatz zusätzlich zu den eigenen Fächern nicht nur unumgänglich, sondern sogar erwünscht.


Im Laufe der Schulzeit - mit beginnender Differenzierung - wird die Anzahl der eingesetzten Lehrer naturgemäß immer höher werden, der fachfremde Unterricht geht zurück. Aber bis dahin sind - vor allem in einer überschaubaren Schule - tragfähige Beziehungen geknüpft worden.


Doch zurück zu unseren 6-ern.


Wie verlief der Wechsel der 6-er von der Grundschule zur Hauptschule?


Das Ritual des Schulwechsels ist im Schulprogramm verankert und wird - mit kleinen Änderungen - jährlich so durchgeführt.


Wir wenden uns vor den Anmeldeterminen an die interessierten Schüler und Eltern und informieren sie über die Schulform Hauptschule und unsere Schule speziell.

Frühzeitig stehen die neuen Klassenlehrer und Lehrerteams für die 5-er fest. So bleibt den Lehrern genug Zeit, Kontakt zu den Grundschulen aufzunehmen und sich zu informieren über die Arbeit dort.


Die neuen 5-er werden schon vor den großen Ferien von ihren Lehrern und den sogenannten Paten - älteren Schülern, die den Kurzen die Eingewöhnung erleichtern - zu einem Kennenlernnachmittag eingeladen. So wird die Angst vor dem Neuen verringert und eine Identifikation der Neuen mit ihrer Schule von Anfang an ermöglicht.


Das Schuljahr beginnt an der Hauptschule mit dem fächerübergreifenden Projekt "Unsere neue Schule", das den Kindern Raum lässt zum Kennenlernen der neuen Umgebung und den Lehrern Zeit, erste Erkenntnisse zum Förderbedarf zu erhalten.


Wir laden im Laufe des ersten Halbjahres die ehemaligen Grundschulklassenlehrer zu uns ein, um die Zusammenarbeit zwischen aufnehmender und abgebender Schule zu stärken. Wir wollen zeigen, wie unsere Schule arbeitet und so die leider auch in Lehrerkreisen anzutreffenden Vorurteile über Hauptschulen entkräften.


Unterdessen ist es so, dass wir nur rund zwei Drittel - vielleicht werden es in den kommenden Jahren noch weniger - so "sanft" aufmnehmen können. Die anderen kommen, wie bereits erwähnt, in späteren Klassenstufen aus den anderen weiterführenden Schulformen, ohne dass sie auf den Schulwechsel vorbereitet werden.


Schauen wir uns den Tagesablauf in unserer Schule an.


Der Vormittagsunterricht ist in drei Abschnitte gegliedert, die jeweils zwei Unterrichtsstunden umfassen.

Wir versuchen im Stundenplan von den 45-Minuten-Häppchen wegzukommen zu einer möglichst weitgehenden Gliederung nach Doppelstunden. Diese Organisation ermöglicht neben dem lehrgangsmäßigen, frontalen Unterricht auch offene Formen, in denen die Bedürfnisse der Kinder stärker berücksichtigt werden können und so auch der Lernerfolg zunimmt.


Nennen möchte ich den projektorientierten Unterricht, der fächerübergreifend ein Thema in den Mittelpunkt stellt und dessen Prinzipien Entdecken, Handeln und Herstellen sind. Am Ende einer Projektphase steht ein Produkt, das der Schulöffentlichkeit vorgestellt wird.


Hier nur drei Beispiele:

· die 8 führte im Bereich Arbeitslehre ein Projekt zu Fertigung von Werkstücken am Fließband durch

· die 6 machte eine Ausstellung zum Thema "Ägypten", hier waren die Fächer D, GE, EK, KU und TX beteiligt

· in der Informatikgruppe wurde eine Umfrage in der Gemeinde zum Namensgeber der Schule (Fontane) durchgeführt und in der Presse veröffentlicht.


Um Zeiträume innerhalb des Unterrichts im Klassenverband zu schaffen, in denen sich der Lehrer um Kinder mit besonderem Förderbedarf kümmern kann, wird in 5/6 Wochenplanarbeit durchgeführt, in der die Schüler selbständig und eigenverantwortlich Pflicht- und Zusatzaufgaben erledigen.

Der Lehrer kann im Pflichtbereich die Aufgabenstellungen variieren und dem jeweiligen Leistungsvermögen bzw. Förderbedarf eines Schülers oder einer Schülergruppe anpassen.


Diese Binnendiffenzierung reicht aber nicht aus, wenn z.B. Sascha aus meiner Klasse noch Deutsch lernen muß.

Andere Kinder - z.B. Bernd - brauchen zusätzlich Unterricht in Mathematik, weil sie von der Grundschule nur unzureichende Kenntnisse mitbringen. Wieder andere müssen in Englisch an das Niveau der Regelklasse herangeführt werden.


Wie kann eine Schule so unterschiedlichen Ansprüchen ihrer Schüler gerecht werden?


Wir haben an der TFS parallel zu den normalen Klassenverbänden eine förderklsse, die als "Schleuse" gedacht ist für Schüler, die aufgrund einer besonderen Fördersituation aus dem Unterricht genommen werden müssen, bis sie vollständig am Unterricht des Klassenverbandes teilnehmen können. Der Lehrer stellt den genauen Förderbedarf eines Kindes fest, stimmt ihn mit den anderen Lehrern des Teams ab und "überweist" diesen Schüler für einen bestimmten Zeitraum und für eine bestimmte Anzahl von Wochenstunden in die Förderklasse.


Die in der Förderklasse arbeitenden Gruppen sind nur wenige Schüler stark. Sie werden so zusammengestellt, dass ähnlich gelagerter Förderbedarf vorliegt. Der Förderlehrer - der eng mit den abgebenden Lehrern zusammenarbeitet - kann sich auf die kleine Gruppe gut einstellen und gezielt helfen.


Die Regelklasse wird auf diese Weise entlastet und aknn ungehindert nach Hauptschulrichtlinien arbeiten.


Neben der fachgebundenen Förderung ist eine Kollegin, die eine theaterpädagogische Ausbildung besitzt, mit einigen Stunden im fachunabhängigen Förderunterricht eingesetzt.

Diese Förderstunden, die vor allem für unsere 5er gedacht sind, sollen Defizite ausgleichen, die nicht einem bestimmten Fach zugeordnet werden können. Die Kollegin führt mit einigen Schülern - manchmal auch mit der gesamten Gruppe - Übungen durch, die Entspannung und Konzentartion trainieren und das soziale Lernen fördern.

Konflikte des Schultages werden thematisiert und Verhaltensweise erarbeitet, die den Kindern helfen, nicht nur "mit der Faust" zu antworten oder sich ganz zurückzuziehen.


Die Schleusen müssen jedes Halbjahr - manchmal auch öfter - entsprechend den Förderaufgaben, die eine Schule vorfindet, neu eingerichtet werden. Die wichtigste Ressource für erfolgreiches Fördern sind ausreichend Lehrerstunden - davon könnte jede Hauptschule noch weit mehr gebrauchen.



Zurück zum Tagesablauf.


Nach der 6. Stunde kann jeder, der das freiwillig möchte, in der Schule bleiben und am Nachmittagsbereich teilnehmen, der im Wesentlichen von der Gemeinde Ascheberg finanziert wird. neben den Lehrern der Schule sind im Nachmittagsbereich eine zusätzliche Pädagogin und Honorarkräfte beschäftigt.


Die Mittagspause von 13.10 Uhr bis 14 Uhr ist eine Zeit des Ausruhens, Entspannens oder Spielens. Die Schüler haben zuerst Gelegenheit, in unserer Mensa ein warmes Essen einzunehmen.


Um 14 Uhr beginnt der freiwillige Nachmittagsunterricht.

Das Angebot reicht von den Hauptfächern (Hausaufgabenbetreuung und Üben) bis zu Informatik, Maschinenschreiben, Technik, Theater, Fotokurs und sportlichen Aktivitäten.

Es gibt für alle Tage bis auf Freitag bis zu sechs Angebote pro Nachmittag. Die sprachlichen Fähigkeiten der ausländischen Kinder, die weiter mit den deutschen Mitschülern zusammen sind, werden im nachmittag gefestigt. In Mathe, Deutsch und Englisch werden Probleme des Vormittags in kleinen Gruppen aufgearbeitet. In anderen Gruppen - zum Beispiel in Technik/Modellbau oder im Gitarrenkurs - Stärken und Begabungen gefördert.


Vor allem die jüngeren Schüler schätzen den Nachmittagsunterricht und nehmen bis einschließlich Klasse 7 in großer Zahl daran teil. Von den 6-ern gehen z.B. 16 nachmittags in eine Mathegruppe. Fällt das gewählte Nachmittagsangebot aus, suchen sich viele eine andere Gruppe, in die sie ausnahmsweise hinein dürfen.

bei älteren Schülern lässt das Interesse, nach 13.10 Uhr in der Schule zu bleiben, nach.



In meinem Referat lag der Schwerpunkt bisher auf der Arbeit in den ersten Schuljahren.


Wie geht es dann weiter bei uns?


Die Stufe 7/8 ist geprägt durch die beginnende äußere Differenzierung. In den Fächern Mathematik und Englisch wird in Grund- und Erweiterungskursen unterrichtet.

Der Lernbereich Arbeitslehre mit den Fächern Technik, Wirtschaft und Hauswirtschaft kommt hinzu.

In Klasse 8 beginnt in diesem Lernbereich in enger Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt die Berufswahlvorbereitung.

Die Grundbildung Informatik nimmt die Veränderung der Arbeitswelt durch die Neuen Technologien in den Blick.



Die Schüler der Stufe 9/10 nehmen jeweils an einem dreiwöchigen Betriebspraktikum teil, die Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt wird intensiviert. Der Berufsberater ist regelmäßig in der Schule, um sowohl Klassen wie einzelne Schüler zu beraten.

Zahlreiche Bezüge zur Arbeitswelt werden hergestellt, sowohl im Rahmen des Unterrichts wie auch durch besuche von Betrieben und Einladung von Experten.


Bisher fanden unsere Schüler zum allergrößten Teil ihren Platz in der Arbeitswelt bzw. gingen weiter zur Schule.


Da ist zum Beispiel Thomas. Er hat seine Lehre als Landwirt gerade beendet und arbeitet auf dem Hof seiner Eltern, den er einmal übernehmen wird.

Olga kam im Laufe der Schulzeit aus Kasachstan in die Hauptschule. Sie macht eine Lehre als Verkäuferin im Schuhgeschäft unseres Ortes.

Michael - er hat die Fachoberschulreife mit Qualifikation erworben - machte eine Lehre als Gas- und Wasseristallateur und besucht nun die Fachoberschule.

Mariam kam in die 7. Klasse der Hauptschule. Sie war mit ihrer Mutter aus Afghanistan geflohen und sprach nicht ein Wort deutsch. Sie durchlief die hauptschule ohne Wiederholung und wird in diesem Jahr ihre Lehre als Arzthelferin abschließen.



Was sind wesentliche Bedingungen für erfolgreiche Hauptschularbeit?


Unsere Schüler brauchen


· Eltern, die ihre Kinder mit ihren Stärken und Schwächen so sehen, wie sie sind, und desjhalb ohne den Umweg über die Realschule oder das Gynasium an der Hauptschule anmelden

· eine überschaubare, ortsnahe Schule

· eine Gemeinde/Stadt, die ihre Hauptschule stärkt und unterstützt

· eine Schule, die individuelle Konzepte und Wege bietet, einen Abschluss zu erreichen

· Lehrer, die den oft nicht einfachen Schüler akzeptieren und annehmen, die bereit sind, neben Schwächen die Begabungen und Stärken zu entdecken und zu fördern

· lehrer, die sich um ihre Schüler kümmern - weit über die Wissensvermittlung hinaus

· eine Gesellschaft, die Jugendlichen Perspektiven bietet mit den Abschlüssen der Sekundarstufe I - auch oder gerade dann, wenn diese in der Hauptschule erbracht wurden.


Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.








Annette Brockötter

Konrektorin der Theodor-Fontane-Schule

Altenhammstr. 31, 59387 Ascheberg

Tel.: 02599-430

Fax: 02599-2575


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